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alia s
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Dabei seit: 08 Aug, 2011
Beiträge: 346

9) Ass-Solo Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        Zum Anfang der Seite springen

Das Standard-Ass-Solo wird vornehmlich bei eigenem Ausspiel gespielt: Eine lange Farbe mit Doppel-Ass/10 und ggf. zusätzliche Asse in den Nebenfarben.
Für den Solisten gilt: bei 9 Stichen sicher gewonnen, bei 7 Stichen regelmäßig verloren. Von Interesse sind die Soli mit 8 sicheren Stichen.
Die Spielweise des Solisten ist auch klar: Die lange Farbe runterspielen in der Hoffnung, dass die Kontrapartei durch ungeschickte Abwürfe auch in die anschließend gespielten Nebenasse Volle reingeben muss.
Selbst bei regelmäßiger (=für ihn ungünstigster) Verteilung der übrigen Karten kann der Solist ausrechnen, ob er das Solo sicher oder wahrscheinlich gewinnt (unter der Voraussetzung, dass die lange Farbe steht natürlich).
Auf Seite 54 im ES ist der Erwartungswert in einer Tabelle dargestellt. Die Mindestaugenzahl beträgt bei
5(lange Farbe) +3 (Nebenasse) 118 Augen,
6 +2 112 Augen,
7 +1 105 Augen,
8 +0 98 Augen
Dazu kommen weitere Augen für die eigenen Abgeber, die kleiner sind als König: 4 pro 9, 2 pro Bube, 1 pro Dame, die zu der Mindestaugenzahl addiert werden. Eine abzugebende 10 schlägt mit minus 6 zu Buche.
Das ES führt noch weitere Berechnungen für gefangene Volle in den Nebenfarben an (hat ein Gegenspieler 5 Volle in den Nebenfarben, wird er diesen abgeben müssen). Beim Blick auf den Erwartungswert wird deutlich, dass hier etliche Soli mit 8 Stichen wackelig sind, WENN die Kartenverteilung vor allem der Vollen bei den Kontristen gleichmäßig ist UND für die letzten vier Stiche (die die Kontrapartei bekommt) überbleiben. Dies ist eigentlich sehr leicht, wenn man die ASS-SIGNAL-KONVENTION beherrscht, also die Mitspieler informiert, welche (Asse) man selbst hält. Umgekehrt gilt: Fängt der Solist einen Vollen, hat er das Solo meist sicher gewonnen.
Ansagen bei diesem SoloDer Solist braucht nur seine Mindestaugenzahl zu errechnen, (wenn die lange Farbe steht oder vermutlich stehen wird, Bedienverhalten im ersten Stich beobachten)
Mit einer Gegenansage wäre ich also sehr vorsichtig, es sei denn ich habe einen Stopper in der langen Farbe (10 zu viert oder d-kö zu viert, wenn beide 10nen bereits gefallen sind).
ES sieht noch die Information der Mitspieler (mittels Zögern) vor, wenn man 3-4 sichere Volle hat. Das Problem dabei ist „sicher“, denn wenn die anderen Mitspieler die Ass-Signal-Konvention nicht beherrschen, kann es zum Glücksspiel ausarten (vgl. Beispiel bei Ass-Signal-Konvention, Blatt Spieler 4). Zögern 2 Spieler, kann der hinten sitzende dritte Mitspieler bei ebenfalls 3-4 Vollen das ko geben.
Bei <3 oder >4 Vollen verbietet sich das Zögern, da eine ungleichmäßige Verteilung der Vollen regelmäßig dazu führt, dass der Solist einen fängt und damit gewonnen hat….

Entwicklungssolo (Asse)Von einem Entwicklungssolo spricht man, wenn der Solist kein Ausspiel hat ODER entgegen der Vorgehensweise beim Standard-Solo die Spielinitiative freiwillig frühzeitig abgibt, statt seine Stehkarten auszuspielen.
Die Blattstruktur beim Entwicklungssolo sieht meist so aus, dass der Solist 4-5 Asse hat, die teilweise länger besetzt sind, oft as-10(-x-x) oder as-as-x-x-x. Der Gewinn des Solo ist also davon abhängig, dass der Solist mit möglichst vielen 10nen oder x einen Stich macht. Er spielt eine kleine Karte aus in der Hoffnung, dass die Kontristen ihm die 10nen oder die x in seiner/seinen längeren Farben hochspielen. Dieses Solo wird auch häufig als Notsolo (schlechtes Normalblatt) gespielt.

Aus der beschriebenen Blattstruktur wird auch deutlich, wie die Kontristen strategisch am besten vorgehen sollten: indem sie vermeiden, dem Solisten seine Vollen/seine längeren Farben hochzuspielen.
a) Asse sollten gerade im Entwicklungssolo nur gespielt werden, wenn der Spieler das As länger hat und die 10 (oder d-as) dabei. Warum? Im Vertrauen darauf, dass nur lange Farben mit As-10-x ausgespielt werden, legen die Mitspieler das As dazu. Da ja meine lange Farbe zudem nur kurz beim Solisten sein dürfte, kann ich die Farbe anschließend vielleicht runterspielen und meine Mitspieler buttern oder können eine weitere sichere Anspielfarbe anzeigen. Alternativ kann ein Mitspieler mit As-x-x durch Zögern und klein Bedienen das andere As anzeigen, z.B. um selbst Asse zu bringen und anschließend wieder in die erste Farbe zu wechseln. Umgekehrt bedeutet das, dass ich lange Asse ohne 10 nur nach kurzem Zögern spielen sollte, damit Partner nicht As zugibt und dem Solisten seine 10 (10nen) hochgespielt werden. Aus dem gleichen Grund gilt: Hände weg von blanken Assen! Gerade beim Entwicklungssolo wird der Solist in mehreren Farben As-10-x(x) haben, die sonst aus seiner Sicht wunderschön hochgespielt werden!! Und sitzt das andere As bei einem Partner, vielleicht noch als lange Farbe… es hat sich auf lange Sicht einfach bewährt, lieber den Verlust des Asses zu riskieren. Also zumindest in der ersten Spielhälfte stecken lassen. .

b) spielt der Solist klein auf, dann hofft er in entscheidenden Farben (oft in der ausgespielten), in denen er AS-10-xx hat, hochgespielt zu werden, d.h. dass das As der angespielten Farbe möglichst nicht gelegt werden sollte. Bei As-x an Position 2 bleibt einem meistens nichts anderes über, aber an 3 oder 4 empfiehlt sich zögern und klein bei, um das As anzuzeigen. Der Partner wird hoffentlich nach seinen langen Assen die Farbe nachspielen.

c) Je länger ich eine Farbe habe, desto größer ist das wahrscheinlich eine kurze Farbe des Solisten (im Idealfall kann er nicht bedienen). Ohne wie oben beschriebene besetzte Asse sollte ich daher meine längste Farbe anspielen (beachte: 10 zu 4. könnte Stich machen, daher kleinen anspielen!) und hoffen, damit den Solisten in Bedrängnis zu bringen

d) Umgekehrt: Bloß keinen Single anspielen, das könnte eine lange Farbe des Solisten sein, dem ich alles hochspiele bzw. den ich an den Stich bringe mit der Möglichkeit der Spielsteuerung.

e) Nicht alle Farben aufmachen und dem Solisten so alles hochspielen! Er gibt nicht umsonst die Spielinitiative ab, darauf wartet er nur.

Ansagen und Anfragen beim Entwicklungssolo
Ansagen zum letztmöglichen Zeitpunkt werden beim Entwicklungssolo immer dann getroffen, wenn ein Spieler aufgrund seiner Blattstruktur der Meinung ist, dass der Solospieler kein gewinnbares Solo hat, sei es, dass er in drei Farben Stopper oder as-x hat oder selbst eine lange Farbe mit mehreren sicheren Stichen, die er seinen Mitspielern signalisieren kann.
Vorzeitige Ansagen zeigen immer eine höhere Wahrscheinlichkeit, das Solo zu gewinnen.
Beispiel 1: Solist spielt kleine Karte aus. Ein sofortiges Ko signalisiert den Mitspielern, dass der Kontrist den Stich haben will, sie sollen klein bleiben (der Ansager sollte dazu mindestens die 10 in dieser Farbe haben, sonst klappt das nur bedingt...)
Beispiel 2: Ein Partner spielt ein As (nach meinen vorherigen Ausführungen lang und möglichst mit zugehöriger 10 besetzt). Das kontra zeigt das andere As mindestens 2fach besetzt. Dieser Ansager will das As nicht zulegen, sondern in dieser Farbe angespielt werden, um selbst Asse zu spielen und anschließend die erste Farbe zurück.
Beispiel 3: ko vor Ausspiel bedeutet sichere Stopper in ALLEN 4 Farben

Anfragen an die (den) hinten sitzenden Partner: kannst du den Stich übernehmen/hast das ass? Der Fragende hat vermutlich selbst das As, kann also wieder zurück-angespielt werden. Bei der Gelegenheit schnippelt man dem Solisten wunderbar seine potentiellen „10-er Standkarten“ weg. Oder der Fragende hat Abwurfmöglichkeit und möchte seine lange Farbe (vorzugsweise D-As oder As-10-xxx) anzeigen.

Bei Stichen, die der Ko-Partei bereits gehören, dient das Zögern auch der Information. Auf eine angespielte kleine Karte des Solisten mit 10 von Spieler 2 zeigt ein Zögern von Spieler 3 As-x in dieser Farbe an-> sie soll nachgespielt werden (selbstverständlich darf Spieler 2 zuvor lange Asse oder D-Asse spielen). Wird ein Ass erst nach zögern angespielt (=Ausspieler hat es lang aber ohne 10) zeigt das Zögern eines Mitspielers das andere Ass dieser Farbe an.

Schluss-Info: Das ES verwendet zum Anzeigen gewünschter Farben die beim Bridge bekannte Lavinthal-Markierung, d.h. es wird eine andere Farbe abgeworfen, als eigentlich gewünscht wird (nähere Ausführung S. 60 ES). Vorteil ist natürlich, dass man einen Stich mehr in der langen Farbe bekommt. Nachteil: Diese Variante kennt kaum einer bzw. habe ich persönlich in der Praxis noch nicht erlebt. Deshalb verzichte ich darauf, sie hier zu erläutern.

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von alia s am 12 Jan, 2012 15:39 14.

Beitragsnr.: 40773
Beitrag 1 von 6
12 Jan, 2012 15:18 23
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alia s
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Dabei seit: 08 Aug, 2011
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auch ich lerne ja ständig dazu:

Wenn ein Kontrist nicht am Stich ist (aber ein anderer Kontrist) und Kontra gibt, ist das immer die Aufforderung, Kreuz zu spielen.

Beitragsnr.: 41530
Beitrag 2 von 6
12 Mar, 2012 10:13 30
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tat tvam asi
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Beiträge: 567
Herkunft: ...wie komm ich da wieder hin?
Beruf: Misanthrop

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Gilt dies auch im weiteren Spielverlauf, oder nur vor dem ersten Stich (Da kenne ich es)?

_____________________________________
Seltsamer Zufall, dass alle die Menschen, deren Schädel man geöffnet hat, ein Gehirn hatten.

Beitragsnr.: 41531
Beitrag 3 von 6
12 Mar, 2012 11:40 52
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alia s
Routinier


Dabei seit: 08 Aug, 2011
Beiträge: 346

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Innerhalb des Ansagezeitraumes. Vor Ausspiel ginge das ja nur bei einem Lustsolo, wenn der Solist kein Ausspielrecht hat.

Also immer dann, wenn das Ausspielrecht bei Kontra ist oder der Solist mit einer kleinen Karte rauskommt, der Stich also bei Kontra landen wird/gelandet ist.

Wobei natürlich die Aussage "spiel Kreuz nach" sich nur lohnt, wenn dadurch die Gewinnwahrscheinlichkeit gegeben ist:-)

Beitragsnr.: 41533
Beitrag 4 von 6
12 Mar, 2012 12:51 11
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Stoni
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Doko Spielnick(s): Stoni
Doko Mannschaft: BFuex
Herkunft: Berlin

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Diese auf Kreuz abfragen Konvention basiert nicht auf Logik wie zB Dullenvorspiel o.ä. -
sie ist eine rein willkürliche Vereinbarung und wird daher längst nicht von allen gespielt.

_____________________________________
Stoni / Stonii

Wir, die guten Willens sind ...

Beitragsnr.: 41535
Beitrag 5 von 6
12 Mar, 2012 15:59 41
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alia s
Routinier


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...ich kannte das bislang auch nicht. Ist mir mal in einem Solo passiert (hab ich natürlich nicht verstanden und wurde hinterher aufgeklärt).

Wegen der fehlenden Logik mochte ich das auch erst nicht glauben und hab deshalb anlässlich der MGV meinen Experten Dirk (Spartakus) gefragt.

Ich habe es deshalb hier als Nachtrag angefügt. Und es gilt wie immer bei Konventionen: Jede ist nur so gut wie allen am Tisch bekannt.

Ps: Was immer ich hier bei den ES-Beiträgen dargestellt habe: ich bin für jede Ergänzung/Nachfrage/Richtigstellung dankbar, weil Mensch und damit fehlbar.-)

Beitragsnr.: 41536
Beitrag 6 von 6
12 Mar, 2012 16:20 49
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