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Nethas Schmökerkiste » Buchgenre » FANTASY & SF » Fantasy & SF: P - R » Perplies, Bernd » [Fantasy] Perplies, Bernd - Magierdämmerung: Für die Krone (Band 01) 1 Bewertungen - Durchschnitt: 4.00 1 Bewertungen - Durchschnitt: 4.00 1 Bewertungen - Durchschnitt: 4.00 1 Bewertungen - Durchschnitt: 4.00 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Hedwig
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Perplies, Bernd - Magierdämmerung, Bd. 1: Für die Krone Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Autor: Perplies, Bernd
Titel: Magierdämmerung, Bd. 1: Für die Krone
Originaltitel:-
Erschienen: 2010
Verlag: LXY
ISBN 10: 3802582640
ISBN 13: 978-3802582646
Seitenanzahl: 448
Einband: TB
Serie: Magierdämmerung, Band 1

Autorenportrait:

Zitat:
Ich wurde 1977 am letzten Tag des Monats Februar in einem italienischen Restaurant geboren – nein, natürlich erblickte ich tatsächlich in einem Krankenhaus das Licht der Welt, aber die Wehen setzten ein, während meine Eltern in besagtem Laden zu Abend aßen. Kurioserweise sollte ich 30 Jahre später, exakt in der finalen Phase meines ersten Romans „Der Sohn des Fluchbringers“, aus privaten Gründen recht häufig in der direkten Nachbarschaft besagten italienischen Restaurants unterwegs sein. Wenn uns dies etwas lehrt, dann, dass die Welt wirklich klein ist.
Quelle: HP des Autors

Zum Inhalt des Romans:

Am 18. April 1897 geschehen mehrere mysteriöse Dinge gleichzeitig: Lordmagier Wellington ist es gelungen, einen superreichen Industriellen zu einer Expedition per Unterseeboot, das aus einer skurrilen Laune des Finanziers Käptn Nemos Nautilus nachempfunden ist, zum untergegangenen Eiland Atlantis zu überreden. Doch nicht die Entdeckung und Erforschung der legendären Stadt selbst ist sein Ziel, sondern ihn interessiert lediglich ein besonderer Pyramidenbau, der bisher mithilfe eines magischen Siegels die Quelle unglaublich großer magischer Kraft versiegelt hielt. Sein Gehilfe Duncan Hyde-White wird in einem behäbigen, klobigen Tauchanzug ausgeschickt, um das Siegel auf zu brechen und der wahren Quelle der Magie ungezügelt Zugang zur Welt zu gewähren.
Dies gelingt und hernach spüren überall auf der Welt magiebegabte Lebewesen die große einschneidende Veränderung. Ein Zeitalter chaotischer Magie beginnt und die tiefe Kluft, die zwischen einzelnen, verfeindeten Magierfraktionen besteht, erreicht eine brisante Bedeutung.

Der Schauplatz wechselt ins viktorianische London. Der zehnjährige Richard, dessen Erziehung väterlicherseits von rein wissenschaftlichem Interesse geprägt ist und der sich trotz seiner Jugend nicht gerne ein X für ein U vormachen lässt, besucht zusammen mit seinem Onkel eine Zaubervorstellung. Der oberste Magier Albert Dunholm - demselben Magierorden wie Lordmagier Wellington angehörend, politisch gesehen aber sein Gegner - , der sich oft den Spaß gönnt, als Bühnenmagier Magister Hieronymus Brazenwood den perplexen Zuschauern das Staunen bei zu bringen, erleidet während seines Auftritts scheinbar einen Schwächeanfall. In Wahrheit fühlte er den überwältigenden Anstieg der besagten chaotischen Energie der Magie, die Wellington auslöste, möchte der Ursache nach Ende der Zaubervorstellung natürlich sofort nachgehen und in der Bibliothek des Magierordens nach Hinweisen suchen, was passiert sein könnte. Auf dem Weg dorthin wird er jedoch von vermummten Verfolgern gehetzt und tödlich verletzt.

Den sterbenden alten Mann findet der junge Reporter Jonathan Kentham auf seinem eigenen Nachhauseweg nicht ganz zufällig - auch er fühlt nämlich offenbar magische Kräfte, die ihn zum Tatort ziehen - und hört Dunholms vermeintlich letzte geflüsterten Worte. Mit buchstäblich letzter (hypnotischer) Kraft drängt ihm der Magier einen seltsamen Ring auf. Der Reporter kommt sich zwar kurzzeitig vor wie ein Leichenfledderer, nimmt den Ring aber dennoch in seine Obhut und rennt davon, in der Absicht, Hilfe zu holen.
Inzwischen hat der Kutscher Dunholms, Randolph Brown, der gleichzeitig dessen Schüler ist, von dem Überfall Kenntnis erlangt und eilt seinem Mentor zu Hilfe. Mit letzter Kraft gibt ihm Dunholm den Auftrag, Jonathan (und den Ring natürlich) zu suchen und ihm bei zu stehen. Das wird auch höchste Zeit, denn für Jonathan ist die Magie, durch die er durch den Besitz des Ringes offenbar gelangt ist, des Guten zuviel und er stürzt schwer und zieht sich eine Gehirnerschütterung zu. In diesem Zustand wird er von Randolph und einem Raben namens Nevermore gefunden und erstmal nach Hause ins heimische Bett verfrachtet - unter der Beobachtung besagten Rabens.

Erneuter Schauplatzwechsel am immer noch gleichen Tag: In den schottischen Highlands versuchte sich die junge und ansonsten ziemlich gelangweilte Kendra bisher mehr schlecht als recht darin, Magie herauf zu beschwören. Die junge Vollwaise lebt seit dem Tode ihrer Eltern bei ihrem Vormund, einem Dorfarzt, fand vor kurzem ein Buch aus dem Besitz ihrer Mutter mit magischen Zeichen und bildlichen Anleitungen und versuchte sich in der Abgeschiedenheit eines nahegelegenen Waldsee schon des öfteren in der Ausübung magischer Rituale. In dieser Nacht spürt sie bei der Ausübung ihrer Rituale den unwiderstehlichen Drang, zum Grunde des Sees hinab zu tauchen, wo ein starkes Leuchten sie zu rufen scheint. In letzter Minute gelingt es ihrem Großvater, dem die geheimen Aktivitäten seiner bisher von ihm auf Abstand gehaltenen Enkelin gar nicht gefallen, sie aus dem See zu ziehen bevor sie ertrinkt. Aber es ist bereits zu spät. Kendras magische Fähigkeiten haben sich vervielfacht.

Dies ist grob umrissen die Ausgangssituation des gewaltigen Fantasyabenteuers, in das uns der Autor entführt, zu dessen Fortgang ich ganz sicher aber nicht mehr verraten möchte. Zu schön ist nämlich die Geschichte, die Bernd Perplies sich da ausgedacht hat, zu genial die Idee, sich Magie als Fäden vorzustellen, die alles wie eine - für normale Menschen natürlich unsichtbare - Aura umgeben und die sich ein geschulter Magier in der sogenannten Wahrsicht nutzbar machen kann, indem er sie mehr oder weniger verwebt, bündelt und benutzt, als seien es echte Stofffäden.

Das sollte man schon selbst als Leser erleben und sich vom Autor quasi an die Hand nehmen und in eine überaus gelungene Mischung aus fantastischem Kriminalroman a la Sir Arthur Conan Doyle mit Elementen in Anlehnung an Jules Verne, E.T.A. Hoffmann, H.G.Wells Visionen entführen lassen.

Meine Meinung:

Wie gewohnt bedanke ich mich zuallerst herzlich bei dem Egmont-LYX-Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplares des Buches "Magierdämmerung - Für die Krone" von Bernd Perplies, dem ich den äußerst freundlichen Kontakt zu dem Verlag überhaupt erst verdanke. Wie auch einige andere Verlage ist der LYX-Verlag sehr offen und interessiert an den Meinungen ganz normaler Leser, was beileibe nicht selbstverständlich ist und deswegen auch mal lobend erwähnt werden sollte.

Zu meiner Schande muß ich jedoch auch gestehen, dass ich mir zwar von dem aufstrebenden Autoren den zweiten Band der vorangegangenen Tarean-Trilogie preiswert kaufen, aber den ersten und dritten Band noch nicht käuflich erwerben konnte - ab und zu benötigen ja auch wir Bücher-Narren etwas Handfesteres als Lesefutter ;-) - und so bin ich noch ein völliger Neuling in bezug auf die Schreibweise des Fantasy-Autors. Was ja nicht schlecht sein muss, wenn man völlig unvoreingenommen an ein Werk heran geht. Allerdings wird sich das nach der Lektüre dieses ersten Bandes der zweiten Trilogie des Autors ändern, denn die Ideen des Autors sind einfach klasse und in mir ein neuer Fan geboren.

Das Coverbild des Romans wirkt sehr einladend und erinnert mit der Zeichnung des U-Bootes Nautilus natürlich stark an die Romane von Jules Verne, allerdings kommt hier auch gleich ein Kritikpunkt: Ich finde, das der Umfang des Buches es durchaus verdient hätte, in gebundener Form verlegt zu werden. Bei 448 Seiten leidet ein broschiertes Buch einfach zu sehr. Ansonsten weist schon der Einband und das Coverbild darauf hin, dass man sich als Leser in eine phantastische Vergangenheit begibt, die auf Fantasy-Leser sehr einladend wirkt.
Erwähnenswert ist noch, dass man selten so fein detailliert ausgearbeitete Protagonisten findet, die auf Anhieb sowohl ihren ganz eigenen Charakter und Stil haben, als auch jedesmal ein leises Bedauern des Lesers hervorrufen, wenn man gerade diese Figur mal kurz beim Lesen verlassen muss, um sich einer anderen Romanfigur zu zuwenden. Jedenfalls wuchsen mir alle Protagonisten sehr schnell ans Herz und ins einsetzende Kopfkino, welches durch den Roman hervorgerufen wurde, so dass ich mir nur eines wünschen kann: bitte bald eine gute Fortsetzung mit dem zweiten Teil.

02 Oct, 2010 18:05 26
 
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